Als ich gegen Mitte Dezember 2022 in meinem Hauskreis* fragte, ob sie Lust haben gemeinsam mit mir im Januar 21 Tage Beten & Fasten durchzuführen, konnte ich ja nicht ahnen, welche Auswirkungen das haben würde.
*) Hauskreis ist eine Kleingruppe aus Christen, die sich in regelmäßigen Abständen trifft, um in der Bibel zu lesen, zu Beten, Alltagsthemen zu besprechen oder zu Singen.
Im September ’22 hatte ich mich schon mal auf das Experiment Beten und Fasten eingelassen. Damals zum ersten Mal. Das war kurz nachdem ich die City Church Köln über YouTube entdeckt hatte und völlig begeistert von ihrem „Spirit“ und ihren Predigten (die man übrigens auch online ansehen kann) einfach mal mutig war und ins kalte Wasser gesprungen bin.
Ich mag es, mich ab und zu mal selber herauszufordern. In der Vergangenheit habe ich schon einige Challenges durchgeführt. Darunter waren schon Dinge wie: 30 Tage lang jeden Tag 2L Wasser trinken, jeden Tag Yoga machen oder eine eat-the-rainbow Challenge. Bisher aber noch nie, Beten und Fasten.
Diese Erfahrung war etwas besonderes
Bewusst auf etwas im Alltag verzichten, um damit Platz für Gott zu schaffen und viel und häufig zu Beten. Klar habe ich in der Vergangenheit schon häufig in der Fastenzeit vor Ostern auf etwas verzichtet, aber wirklich mehr Zeit mit Gott verbracht habe ich dann trotzdem nie.
Eine Herausforderung also, die nicht einfach war. Der Alltag schleicht sich halt dann doch sehr schnell wieder ein, oder das Leben als solches kommt halt einfach dazwischen.
Dennoch hat mir diese Zeit sehr viel Kraft geschenkt. Viele alte Wunden wurden geheilt. Oftmals wusste ich nicht einmal, dass da noch alte Verletzungen in mir schlummerten, aber es half nix. Der heilige Geist hat so ziemlich alles (oder zumindest einen Großteil) an die Oberfläche gezerrt und ich musste mich damit auseinandersetzen und konnte an vielen Stellen Frieden mit Situationen aus der Vergangenheit finden.
I’m not gonna lie. Es waren keine einfachen 21 Tage und es flossen auch viele Tränen, aber ich fühlte mich danach wie erneuert. Wahnsinn.
Da mit diese Zeit so viel Kraft geschenkt hatte, schlug ich also meinen Hauskreis-Frauen vor, dass wir sowas ja auch gemeinsam durchführen könnten. Denn ich wollte das neue Jahr 2023 nicht mit neuen Vorsätzen oder Zielen beginnen, sondern ganz bewusst mit Gott.
Nachdem ich 3 Mitstreiterinnen gefunden nahm alles Schwung auf. Ich verschickte eine E-Mail mit den Details, erstellte eine Signal-Gruppe für den Austausch und verschickte den Bibelleseplan. Und somit ging am 6.1.23 Beten + Fasten 2.0 los.
1 Woche Beten & Fasten ist rum. Das ist bisher passiert:
Ich bin in dieses Jahr gestartet mit der Frage, welche Projekte ich weiter verfolgen und was ich abgeben möchte/soll. Die letzten Monate haben mir einfach gezeigt, dass ich auf zu vielen Hochzeiten tanze. Ich habe meinen Hauptjob, einen Nebenjob, 2 Blogs und ein Ehrenamt. Alles das erfordert Zeit und vieles kann ich nicht mit dem Herzblut betreiben, wie ich es gern möchte. Darüber hinaus möchte ich ja auch Zeit für Freunde und Familie haben, für Unternehmungen oder einfach mal zum Ausruhen und Nichtstun.
Ich habe also zum Einen genau diese Thema immer wieder vor Gott gebracht, ebenso wie die Frage, wo soll die Reise hingehen diese Jahr?
Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass ein großer Knackpunkt in meinem Glaubensleben ist, dass es mir an Vertrauen v.a. zu Gott mangelt. Das überrascht mich jetzt nicht, aber es hält mich zurück. Somit war mein Motto für 2023 dann auch gleich „Vertrauen“.
Fast forward 7 Tage. Wir haben Freitag, den 13.1.23 und meine Chefin eröffnet mir, dass sie Kurzarbeit anmelden muss und die Jobs von mir und den anderen Mitarbeitern gerade sehr in der Schwebe sind. 😱
Whaaaaat?
Auch wenn die Nachricht nicht überraschend kam, musste man das doch erstmal Sacken lassen.
Standpunkt heute ist also, es weiß noch keiner wie es genau weitergeht. Aber hier tun sich jetzt neue Wege und Möglichkeiten auf, die ich nie für möglich gehalten hätte.

