Heute ist Karfreitag und ich fühle mich gestresst.
Als ich gestern ins Bett ging überlegte ich noch, ob ich heute frei mache oder trotzdem arbeite.
Am Mittwoch im Kundengespräch überlegte ich noch, ob ich Ostermontag frei mache oder es einfach ignoriere und trotzdem arbeite.
Und dann wache ich zum Karfreitag auf und bin bereits vollkommen gestresst, bevor mein Tag überhaupt begonnen hat.
Gestresst, weil ich denke, dass ich heut noch was schaffen muss;
Gestresst, weil es so viele Dinge und Sachen gibt, das ich gern tun würde;
Gestresst, weil ich das realistisch betrachtet gar nicht alles an einem Tag schaffen kann;
Gestresst, weil ich gern so viel auf einmal will, mich dann nicht für eins entscheiden kann und dann ewig in diesem Limbo zwischen das würd ich gern machen, das aber auch, und das eigentlich auch, festhänge; mir dann auffällt, dass ich mich erstmal für eins entscheiden muss und das wieder zu einem Limbo über die Abwägung von was will ich gern machen, mit was fang‘ ich an, ich bin schon müde mir nur zu überlegen, was ich gern als erstes machen würde, führt.
In meinem Kopf ist Chaos und obwohl ich wirklich mal Pause und Erholung bräuchte, bekomme ich es nicht hin, mir diese auch zu gönnen oder überhaupt zu nehmen.
Immer wieder denke ich, dass ich keine Zeit für Pausen oder Erholung habe und mir diese nicht leisten kann. Dass ich nicht hart genug und konzentriert genug arbeite, dass ich nicht genug schaffe wie andere Menschen.
Ich habe mich vom einem Hamsterrad befreit, nur um mich selber ins nächste zu sperren. Mit dem Unterschied, dass ich den Schlüssel habe.
Ich merke, wie allein durch das Aufschreiben dieser Zeilen die Anspannung von mir weicht. Die Schultern sacken nach unten, der Kiefer entspannt sich und ich merke, dass ich mir selbst diesen Stress mache, weil ich einem kruden Bild meine Selbst entsprechen will, das ich aber einfach nicht bin.
Ich bin nicht die Highperformerin, die „einfach mal durchzieht“. Ich bin nicht die, die sich „nur ein bisschen mehr anstrengen muss und dann wird das schon“. Ich bin nicht die, die einfach 110 % gibt und dann wird das schon werden.
Ich bin die, die Pausen braucht und das schon nach 30 Min. Ich bin die, die ständig ausfällt wegen Migräne oder anderer Sachen. Ich bin die, die gern abends arbeitet, und dafür vormittags den Haushalt schmeißt. Ich bin die, die vieles einfach nicht hinkriegt, aber es trotzdem probiert.

